Spread of diseases

Ausbreitung von Krankheiten


Der ewige Feind: Alte und neue Krankheiten bedrohen die Menschheit


Durch die schnelle Urbanisierung, die fortlaufende Globalisierung des Handels, den zunehmenden grenzüberschreitenden Tourismus, die übermäßige Einnahme und den Missbrauch von Medikamenten sowie sich ändernde Klimabedingungen verändern sich Häufigkeit und Auswirkung von Krankheiten.
In den letzten Jahren wurde die Welt von mehreren Infektionskrankheiten heimgesucht, u. a. Zika, Ebola und SARS. In unserer zunehmend global vernetzten Welt breiten sich Krankheiten viel schneller aus. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer globalen Pandemie mit Millionen von Toten und gewaltigen wirtschaftlichen und sozialen Schäden. Schätzungen zufolge wird in den nächsten 100 Jahren mindestens eine Pandemie ausbrechen. Mit 20-prozentiger Wahrscheinlichkeit könnten sogar vier oder mehr Pandemien drohen. Auch der Klimawandel begünstigt das Auftreten und die Übertragung von Infektionskrankheiten. Die steigenden Temperaturen beispielsweise beeinflussen die geografische Ausbreitung und die saisonale Übertragungszeit von Moskitos und vektorübertragenen Krankheiten wie Malaria.
Aufgrund zahlreicher Faktoren wie Armut, Angst vor Impfungen, mangelnder Hygiene und Antibiotikaresistenzen treten Krankheiten, die als ausgerottet galten, weltweit wieder auf, so z. B. die Masern in den USA und die Pest in Afrika. Die übermäßige Einnahme und der Missbrauch von Antibiotika führen zu Resistenzen und machen diese unwirksam.
Bereits heute gelten nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs und Diabetes als die häufigste Todesursache weltweit. Sie werden auch treffend als schleichende Pandemie bezeichnet.
BLICK IN DIE ZUKUNFT
Zwei Drittel aller weltweit produzierten Antibiotika kommen in der Viehzucht zum Einsatz. Das entspricht insgesamt 63 kt. Bis 2030 soll der Verbrauch auf 100 kt steigen. 2015 hat sich Neuseeland zum Ziel gesetzt, dass das gesamte im Land produzierte Fleisch bis 2030 antibiotikafrei sein soll.