Wetware

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Cyborgs: Wenn lebende Organismen und Technologie miteinander verschmelzen


Die Betrachtung biologischer Systeme aus Informatiksicht führte zu beachtlichen Fortschritten bei der Interaktion von Mensch und Tier mit Technologie. Es wird deshalb bereits über den Anbruch eines posthumanistischen Zeitalters spekuliert, in dem die Grenzen zwischen Technologie und lebendigen Organismen verschwimmen.
Forschung im Bereich der Anwendung von Elektroniktechnologie auf die Biologie entwickelt sich rasant weiter. Bio-elektronische Materialien werden viele Bereiche wie das Gesundheitswesen, den Umweltschutz und die Lebensmittelversorgung nachhaltig beeinflussen. Aufgrund ihrer verbesserten biologischen Verträglichkeit könnten die meisten Wearables in den nächsten fünf bis zehn Jahren implantierbar sein. Bioelektronische Schnittstellen könnten die direkte Kommunikation zwischen biologischen und elektronischen Komponenten ermöglichen, zum Beispiel in Form von polymerbasierten Fasersonden, die die Nerven stimulieren und die neuronale Aktivität aufzeichnen. In ein paar Jahren schon könnten sogenannte Brain-Machine-Interfaces (BMI) verfügbar sein, über die die Nutzer allein mit ihrer Gedankenkraft Maschinen oder Prothesen kontrollieren können. Forscher hoffen außerdem, bestimmte chronische Krankheiten durch elektrische Impulse heilen zu können.
Ein anderes aufstrebendes Forschungsgebiet ist die Verbindung von Wetware und Hardware. So führten beispielsweise Forscher leitfähige Polymere in eine Pflanze ein und schufen dadurch einen lebendigen Kreislauf. Außerdem existiert auch eine wachsende Gemeinschaft sogenannter Biohacker, die mithilfe von Wetware den Menschen optimieren und so – im wahrsten Sinne des Wortes – Cyborgs erschaffen wollen.
BLICK IN DIE ZUKUNFT
Der Markt für Neuroprothetik (motorische Neuroprothesen, Hörgeräte/Cochlea-Implantate, kognitive Neuroprothesen, visuelle Prothesen/Netzhautimplantate) erreicht 2024 voraussichtlich USD 14,6 Mrd.. Dies entspricht einem Anstieg von fast 250 Prozent gegenüber 2015 (USD 4,2 Mrd.).