Creavis Lounge Mai 2019

Woraus Wert geschöpft wird – früher und heute


Wertschöpfung und die Umwandlung von Material standen im Mittelpunkt der jüngsten Creavis Lounge in Marl. Die Diskussionsrunde spannte den Bogen von der Alchemie zur künstlichen Fotosynthese.


Die Transformation von Material bewegt den Menschen seit jeher. Von der Alchemie als Vorgängerdisziplin der heutigen Chemie ist vor allem in Erinnerung geblieben, dass ihre Adepten Blei in Gold umwandeln wollten. Dabei wird häufig übersehen, dass sich Forscher und Industrielle bereits sehr früh mit dem Thema Wertschöpfung auseinandergesetzt haben.


Die jüngste Creavis Lounge griff das Thema der Wertschöpfung auf und richtete den Blick auf die zugrundeliegenden Prozesse. Dies geschah unter Mitwirkung von Jana Hartmann, bildende Künstlerin aus Frankfurt, Jürgen Eck, Gründer und CEO der BRAIN AG, sowie Prof. Stefan Buchholz, Leiter der Creavis.


Einleitend erläuterte Hartmann ihre konzeptionelle Sichtweise auf den Prozess der Wertschöpfung. Anhand von künstlerischen Darstellungen von Forschern und Anleitungen zu Materialtransmutationen zeigte sie auf, dass der Mensch als Ausführender bei der Veredlung von einfachen zu höherwertigen Dingen stets eingebunden ist: Er entwickelt sich selbst mit.


In Analogie dazu wurde das Prinzip der künstlichen Fotosynthese vorgestellt, die es erlaubt, aus CO2, Wasser und erneuerbarer Energie wertvolle Spezialchemikalien zu erschaffen. Die Creavis beschäftigt sich in Zusammenarbeit mit Siemens und mit Unterstützung der Verfahrenstechnik im Rahmen des Projekts „Rheticus“ mit diesem Prinzip.


In einer moderierten Diskussionsrunde sprachen Jana Hartmann, Jürgen Eck und Stefan Buchholz über ihre Ansichten zu nachhaltiger Chemieproduktion. Dabei stand das Klimagas CO2 als derzeit meistdiskutierter Abfallstoff im Mittelpunkt. Produktionsprozesse wie bei Rheticus, die aus CO2 Wertschöpfung betreiben können, bieten laut Jürgen Eck eine Möglichkeit, den Klimawandel abzubremsen. „Evonik als Innovationstreiber der chemischen Industrie möchte hier seinen Beitrag leisten. Der deutlich größere Beitrag des Energiesektors bei den CO2-Emissionen darf aber nicht vergessen werden. Hier ist noch viel Raum für neue Wertschöpfungsprozesse“, so Buchholz.


Moderator Joachim Müller-Jung, Ressortleiter Natur und Wissenschaft bei der FAZ, schloss die Diskussion mit dem Résumé, dass eine starke Vision für eine nachhaltige Chemieproduktion in der Zukunft ein wichtiger Treiber sowohl für Innovation als auch für wirtschaftlichen Erfolg sei.


Hartmann präsentierte an diesem Abend drei Bildwerke, die sie für die Creavis Lounge gefertigt hat. Die Bilder zeigen Teile der Pilotanlage des Rheticus-Projekts, die verfremdet und in einem aufwendigen Verfahren neu arrangiert wurden. So bot der Abend vielfältige Anregungen zur Diskussion und zum Austausch.


Die Creavis Lounge wurde geschaffen, um die Zusammenarbeit und den Austausch im Unternehmen sowie mit Kunden, Verbänden und Hochschulen zu fördern und dabei den eigenen Blickwinkel zu erweitern. Die Veranstaltung findet regelmäßig zu den Oberthemen Zukunft, Nachhaltigkeit und Kreativität statt.

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